368 Bauwelt
© Bram Naus / Unsplash
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Digitale Innovationen

Neun Einreichungen österreichischer Start-ups, die den nachhaltigen Planungs- und Bauprozess unterstützen, wurden von Wirtschaftsagentur Wien, TU Wien, TU Graz sowie dem Innovationslabor Digital Findet Stadt gescoutet und von einer Jury aus diesen Institutionen ausgewählt. Anfang Juni wurden diese neun Projekte, die wir im Folgenden präsentieren, im Rahmen der European Climate Night des Verbands der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe (VZI) vorgestellt.

von: Redaktion

Madaster ist ein Kataster für Materialien und Produkte. Daten über alle Materialien und Produkte, die in einem Objekt, z. B. einer Brücke oder einem Gebäude, verbaut wurden, werden registriert. Durch die Erfassung jedes einzelnen Bauteils erhält man unter anderem Aufschluss über die Trennbarkeit, das gebundene CO2 und die Toxizität von Materialien und Produkten. Außerdem kann festgestellt werden, ob Materialien und Produkte wiederverwendet werden können. In Madaster kann ein Gebäuderessourcenpass auf der Grundlage eines BIM- (IFC) oder Excel-Dokuments erstellt werden.

Informationen
madaster.at


Jedes Gebäude erfordert eine individuelle Dekarbonisierungsstrategie. Die Kosten dafür zu quantifizieren sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen zu verstehen ist ohne den Zugang zu modernsten Technologien kaum möglich. Die Softwarelösung OPTIMUSE ist ein Werkzeug, das Planer bei der Vorplanung von Dekarbonisierungsmaßnahmen unterstützt und Prozessoptimierung und Digitalisierung ermöglicht. Auf Grundlage der Gebäudeadresse und nur weniger Basisdaten wird ein digitaler Zwilling des Gebäudes automatisiert erstellt. Algorithmen generieren Dekarbonisierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Informationen
optimuse.com


greenpass ist ein Wiener ClimateTech-Unternehmen für die Bewertung urbaner Umweltauswirkungen. Ein softwarebasierter Umweltbausatz unterstützt Bauträger dabei, Immobilien und Freiräume in Richtung Klimaresilienz und Nachhaltigkeit anzupassen. Der Bausatz besteht aus wissenschaftlich entwickelten Checks zu den Themen Klima, Wasser und Wind und kann den Anforderungen nach maßgeschneidert werden. Einzelne Projektentwicklungen, ganze Stadtquartiere und der Gebäudebestand können hinsichtlich Kosten/Nutzeneffizienz auf Basis einer ganzheitlichen 3D-Wirkungsanalyse mit digitalem Zwilling und Expertensimulationen analysiert, optimiert und zertifiziert werden.

Informationen
greenpass.io


Ausgesuchte Stadtqualitäten lassen sich mit der LiveableMap von PlaceQu erstmals flächendeckend und punktgenau messen. Das Softwaretool weist Planenden, Planungsabteilungen von Gemeinden oder auch Bauträgern im Scoringverfahren gut versorgte oder auch unterversorgte Gebiete aus. Die LiveableMap ermöglicht es, Verkehrs- und Standortthemen integrativ zu bearbeiten und Immobilienprojekte über gezieltes „Placemaking“ aufzuwerten. Das 2019 gegründete Unternehmen hat seine Technologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadt- und Regionalforschung (TU Wien) unter Einsatz von Fördermitteln der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) entwickelt.

Informationen
PlaceQuality.com


Ziel von cobee ist der Aufbau eines digitalen Wegbegleiters für Initiatoren von erneuerbaren Energieprojekten im urbanen Raum und der kollaborative Umstieg auf erneuerbare Energien. Zielgruppen sind die Entscheidungsträger in diesem Prozess, wie Bewohner, Gebäudeeigentümer, Hausverwaltungen oder Bauträger. Der digitale Wegbegleiter führt intuitiv durch die ersten benötigten Schritte, um ein Projekt zu initiieren, gesamtheitlich zu planen und voranzutreiben. Anhand des Pilotprojekts einer Wohnhausanlage in Wien werden die Erfolgsfaktoren für die Entwicklung eines digitalen Wegbegleiters für den Prozess der Dekarbonisierung von mehrgeschoßigen Wohngebäuden ermittelt.

Informationen
cobee.energy


Sandbichler architekten bieten mit der REASEN Nachhaltigkeitsassistenz Hilfestellung für die Entwicklung von nachhaltiger Architektur und wirksamen Maßnahmen der nachhaltigen Sanierung von bestehenden Bauten. Damit kann man sich ganz auf den Entwurf und die Optimierung der architektonischen Qualität konzentrieren. REASEN wurde im Sinne von „performance driven design“ erdacht, um Einschätzungen und Ziele beim Entwerfen in komplexe Beziehung zueinander zu setzen und so neue Freiheit bei Entscheidungen im Planungsablauf zu gewinnen, ohne die Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren. Hinterlegt mit genauen Berechnungen, eignet es sich auch für nachhaltiges Vorgehen.

Informationen
sarch.at


Der Bedarf an hochwertigen Sekundär-Rohstoffen (Kupfer, Eisen), aber auch an Recyclingbaustoffen steigt stetig an. Aufgrund des hohen Abfallstroms und des erheblichen Ressourcenverbrauchs im Baubereich kommt Baurestmassen künftig sehr großes Potenzial zu. Um diese Ressourcen bestmöglich zu nützen, ist der effiziente Einsatz entscheidend. Die B2B-Online-Handelsplattform ­SECONTRADE ist eine digitale Lösung für den Handel mit hochwertigen Sekundär-Rohstoffen in Österreich und Europa. Seit Herbst 2022 können neben Altmetallen, Glas und Kunststoffen nun auch Baurestmassen, Holzabfälle und biogene Reststoffe über die Plattform gehandelt werden – sicher, effizient und in Echtzeit.

Informationen
secontrade.com


Revalu ist eine SaaS-Plattform, die es der Baubranche ermöglicht, Klimaziele festzu­legen, zu bewerten und zu erreichen. Das Start-up stellt über eine Plattform Materialdaten zur Verfügung, mit denen Architekten und Bauherren Materialien finden, Produkte vergleichen und Emissionen berechnen können – und das für jede Phase des Planungsprozesses.

Informationen
revalu.io


Noch immer wird der Zustand von Infrastrukturen häufig analog, also durch Sichtkontrollen vor Ort, überwacht. Dieser Prozess ist kostenintensiv, erfolgt nur punktuell und die Dokumentation ist aufwendig. Das heimische Unternehmen SuessCo Sensors aus dem niederösterreichischen Herzogenburg ermöglicht Ziviltechnikern, Statikern, Bauunternehmern und anderen Playern aus dem Infrastrukturbereich, die Monitoring-Aktivitäten für Objekte zu digitalisieren. Ziel ist es, die Sicherheit sowie die Nutzungsdauer zu erhöhen und gleichzeitig die Kosten zu reduzieren. Neueste KI-Sensoren bzw. Monitoring-Technologie werden unkompliziert zugänglich gemacht, auch ohne spezielle IT-Kenntnisse.

Informationen
suessco.com